Kostenstellenrechnung

 

Bei der Kostenstellenrechnung wird ermittelt, wo welche Kosten angefallen sind. Ziel ist es, die entstandenen Gemeinkosten auf einzelne Kostenstellen zu verteilen.


1. Kostenstellen

Die Einrichtung der Kostenstellen kann unter den Kriterien

Verantwortungsbereich

 

Funktion im Betrieb

 

Räumliche Gesichtspunkte

erfolgen. Allerdings können diese Kriterien auch kombiniert werden.


Eine Kostenstelle ist dadurch gekennzeichnet, dass

- Sie ein selbständiger Verantwortungsbereich ist. Dies ist wichtig, um eine wirksame Kostenkontrolle zu ermöglichen

 

- Sie feste Bezugsgrößen für die entstehenden Kosten hat, um zu gewährleisten, dass es nicht zu einer falschen Kalkulation kommt

 

- sich Kostenbelege direkt und ohne großen Aufwand verbuchen lassen


Unterschieden werden die Kostenstellen unter Haupt- und Hilfskostenstellen, wenn nach abrechnungstechnischen Gesichtspunkten die Kostenstellen gebildet wurden.

Hierbei sind die Hilfskostenstellen (auch “Vorkostenstellen” genannt) als eine Art “Zwischenkonto” zu sehen, von dem aus die entstandenen Kosten auf andere verteilt werden. Verwendet wird hierbei ein Verteilerschlüssel. Die Hilfskostenstellen erbringen ausschließlich Leistung für andere Kostenstellen. Nach Abrechnung sind die Kosten hier 0.

Die Kosten der Hauptkostenstellen können direkt verrechnet werden. Diese werden dadurch auch als “Endkostenstellen” bezeichnet.

Die einzelnen Kostenstellen werden in einem Kostenstellenplan aufgelistet und erhalten Nummern zur besseren Verbuchung.



2. Verfahren der Innerbetrieblichen Leistungsverrechnung (ILV)

In der innerbetrieblichen Leistungsverrechnung werden verschiedene Verfahren verwendet:

  • Das Anbauverfahren (Berechnungsbeispiel)
  • Beim Anbauverfahren werden die Kosten der Hiflskostenstellen direkt an die Hauptkostenstellen verrechnet. Hierbei werden Leistungen zwischen den einzelnen Hilfskostenstellen vernachlässigt.

    Diese Methode hat einen eher geringen Aufwand, kann aber nur dann genaue Ergebnisse liefern, wenn keine Leistungen zwischen den Hilfskostenstellen ausgetauscht werden. (Diese werden ja nicht berücksichtigt.)

  • Das Stufenleiterverfahren (Berechnungsbeispiel)
  • Das Stufenleiterverfahren setzt eine einseitige Leistungsbeziehung zwischen den Kostenstellen voraus.

    Als erstes wird eine Ordnung der Kostenstellen erstellt. Als erste Ordnung werden die Kostenstellen gesetzt, die keine oder die geringsten Leistungen von anderen bezieht. danach wird weiter aufgegliedert, bis man zu den Hauptkostenstellen angelangt.

     

    Hilfskostenstellen

    Hauptkostenstellen

    A

    B

    C

    D

    E

    1

    2

    3

    KA

    KB

    KC

    KD

    KE

    K1

    K2

    K3

    ->

    XX

    XX

    XX

    XX

     

     

     

     

    ->

    XX

    XX

    XX

     

     

     

     

     

    ->

    XX

    XX

     

     

     

     

     

     

    ->

    XX

    XX

    XX

    XX

    Summe

    ...

    ...

    ...

         Kx = Kosten der Kostenstellen; XX = Anteilige Kosten der vorgelagerten Kostenstellen

  • Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB I)
  • Der BAB baut auf dem Stufenleiterverfahren auf. Es werden hier Gemeinkosten (einem Erzeugnis nicht direkt zurechenbar),  auf die Endkostenstellen verteilt.

  • Das Gleichungsverfahren (Berechnungsbeispiel)
  • Das Gleichungsverfahren ist das einzige, welches alle wechselseitigen Beziehungen zwischen den Hilfskostenstellen berücksichtigt. Es werden Gleichungen gebildet und diese dann gleich- oder eingesetzt.

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